MOKUME GANE - Goldschmiede Marcel Kirsten

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Mokume Gane

Mokume Gane ist japanisch und bedeutet soviel wie "Holzmaserung in Metall". Bezeichnet wird damit eine über 300 Jahre alte Schmiedetechnik, mit der sich Edelmetalle in verschiedenen kontrastreichen Farben zu ganz außergewöhnlichen Mustern verarbeiten lassen. 
Ähnlich wie bei der  Herstellung von Damaszener Stahl (auch Damast genannt) werden mehrere Schichten verschiedener Metalle miteinander verschweißt.
Auf Grund der hoch entwickelten Schmiedetechnik und der guten Verfügbarkeit farbiger Metalllegierungen verbreitete sich die Mokume-Gane-Technik damals sehr weitläufig in Japan.
In den 1970er Jahren brachten Amerikaner die Schmiedetechnik des Mokume Gane, zuvor ein gut gehütetes Geheimnis in Japan, nach Amerika. Hier entstanden erstmals Schmuckstücke in dieser Technik, denn in Japan wurde Mokume Gane nicht für Schmuckstücke, sondern für Gebrauchsgegenstände wie Schalen und Waffenverzierungen verwendet. 
In der heutigen Zeit wird diese sehr aufwändige und teure Schmiedetechnik nur noch von wenigen Gold- und Silberschmieden verwendet, um individuelle Schmuckstücke herzustellen.
 
 
 
 
Der Schichtblock

Zunächst wird ein so genannter Schichtblock geschweißt, der aus dünnen Edelmetall-Blechen zusammengestellt wird. Zwei Farben möglichst kontrastreicher Edelmetalle müssen es mindestens sein, es können aber auch mehrere verschiedene Legierungen miteinander verarbeitet werden. Der Schichtblock ist das Ausgangsmaterial für Schmuckstücke und Trauringe.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Hier ist die Herstellung eines Schichtblocks aus Silber, Palladium und Gold zu sehen.
 
 
 
 
Sehr wichtig ist eine perfekte Vorbereitung und Reinigung der Bleche. Wenn die Edelmetallbleche sich beim Verschweißen nicht überall verbinden, können Fehler im Block entstehen (kleine Löcher und Luftblasen), welche am Anfang unbemerkt bleiben und erst  am Ende der Arbeit auftauchen können. Schon ein kleines Staubkorn kann die Arbeit deutlich behindern, Zeit und Material werden verschwendet.
Die Goldschmiede Marcel Kirsten verschweißt die Schichtblöcke nach traditioneller Art in der offenen Flamme. Diese Methode erfordert viel Zeit und gleichzeitig eine hohe Erfahrung des Schmiedes. Die Verbindung der Metalle geschieht hart an der Schmelzgrenze des niedrigst- schmelzenden Metalls. 
 
 
 
 
Mokume Gane - Torsionsmuster

Für die Ringherstellung ist in erster Linie die Torsions- oder Damaszener-Technik interessant.
Der geschweißte Block wird mit der Metalllaubsäge der Länge nach zu zwei Stangen halbiert. Aus einer Stange wird ein Paar Trauringe hergestellt. 
Je nachdem, wie breit und dick die Ringe am Ende werden sollen, werden nun die Proportionen der Stange berechnet.
Das Muster entsteht durch Drehen ("Tordieren") der aus vielen Schichten bestehenden Stange. Hierbei ist es unerlässlich, die Stange immer wieder (nach etwa 10% Verformung) auszuglühen.  Die Anordnung der Schichten im Block und die Art der Tordierung entscheiden über das Aussehen des Musters. So lässt sich eine Vielzahl von schönen Mustern herstellen.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Hier anhand einer Metallkombination aus Rotgold, Paladium und Silber gezeigt.
 
 
 
 
Wie ein fugenloser Ring entsteht

Die Herstellung von fugenlos geschmiedeten Ringen ist ganz besonders anspruchsvoll und aufwändig – und eigentlich längst kein Geheimnis mehr.
Wenn die Stange tordiert ist beginnt ein langwieriger Schmiedeprozess. Zunächst wird an beiden Enden je ein Loch durchbohrt. Die Stange wird von Hand zwischen den Löchern aufgesägt und der Schlitz mit einigen vorsichtigen Hammerschlägen gespreizt. Bis der Ring seine typische Form erhält, wird der Schmiedeprozess durch zahlreiche Glühvorgänge begleitet. Damit insbesondere die Trauringe möglichst identisch erscheinen, werden die Ringe parallel gefertigt.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Abschließend beginnt die klassische Ringbearbeitung. Die Ringgrößen werden durch das Stauchen auf die entsprechende Ringweite angepasst. Durch ein letztes Feilen und Schmirgeln erhält der Ring die gewünschte Außenform und ist damit grundsätzlich fertiggestellt. Möglich sind nun noch gewünschte Gravuren oder das Einfassen von Edelsteinen. 
Insgesamt kommen bei einem Paar Mokume Gane Trauringen leicht 10-15 Arbeitsstunden zusammen, manchmal auch mehr.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Die fertigen Trauringe aus 585 Rotgold, 500 Palladium und 925 Silber.
 
 
 
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